Jugendschutz bei Konsolen einstellen

"Nur noch fünf Minuten, Mutti." Sie kennen das wahrscheinlich. Wenn Kinder mit Begeisterung am Spielen sind, muss alles andere warten: das Mittagessen, die Schulaufgaben oder abends das Bett. Für Eltern ist es dann oft nicht einfach, den Nachwuchs von Konsole und PC wegzulocken. "Darf ich noch schnell das Level fertig spielen?", heißt es dann, oder: "Wenn ich jetzt abbreche, geht der Spielstand verloren". Ein striktes Verbot ist in solchen Situationen häufig kontraproduktiv: Das Kind reagiert mit Unverständnis und Trotz. Besser ist es, wenn Eltern mit ihren Kindern langfristig tägliche und wöchentliche Spielzeiten aushandeln - und ihnen Freizeitaktivitäten bieten, die für eine vernünftige Balance sorgen.

Wenn beide Eltern berufstätig oder anderweitig stark eingespannt sind, haben sie jedoch häufig nicht die Zeit, das Surf- und Spielverhalten ihres Kindes zu kontrollieren. Für diesen Fall sind sogenannte Parental-Control-Systeme eine sinnvolle Ergänzung. "Parental Control" lässt sich am besten mit "Kindersicherung" übersetzen. Es handelt sich dabei um Software, mit der Eltern kontrollieren können, was ihre Kinder spielen - und wie viel. Alle gängigen Spielkonsolen verfügen über Parental-Control-Systeme, die sich in wenigen Schritten sicher konfigurieren lassen. Auch am PC lassen sich im Betriebssystem Windows Vista entsprechende Einstellungen vornehmen. Darüber hinaus gibt es für den Computer eine ganze Reihe von Kinderschutz-Programmen. Hier ein Überblick:

 

PlayStation3 (PS3)

Sony bietet auf der PS3 eine Kindersicherung, mit der sich die Inhalte für Spiele, den Internet-Browser, DVDs und Blu-rays kontrollieren lassen. Die passende Kindersicherungsstufe können Eltern über das Menü der PS3 festlegen. Das System umfasst 11 Stufen: "1" ist die strengste, "11" die am wenigsten strenge Einstellung. Es besteht auch die Möglichkeit, die Kindersicherung ganz auszuschalten. Dafür ist die Eingabe eines Passworts erforderlich.

Bei der Wahl der Kindersicherungsstufe dient das PEGI-Alterseinstufungssystem als Orientierung. Das Kürzel PEGI steht für "Pan-European Game Information". Dieses Alterseinstufungssystem wurde im Frühjahr 2003 eingeführt, um Eltern beim Kauf von Computerspielen für ihre Kinder zu unterstützen. Es wird mittlerweile fast in ganz Europa als Referenz-Einstufungssystem verwendet. Jedes Spiel, das auf der PS3 erscheint, erhält vorab eine PEGI-Einstufung.

Neben einer großen Auswahl an Spielen bietet die PS3 auch die Möglichkeit, über einen Browser im Internet zu surfen. Grundsätzlich können Eltern entscheiden, ob sie ihrem Kind den Zugang zu diesem Programm gestatten wollen: Mit einem Passwort lässt sich der Aufruf auf bestimmte Personen einschränken. Den Browser selbst hat Sony mit dem optionalen Filterprogramm "Trend Micro Web Security" ausgestattet: Es blockiert Internet-Seiten, deren Inhalt unangemessen oder gar gefährlich für Kinder ist. Gleichzeitig schützt es die PS3 vor Schadsoftware (Malware).

Über das Menü der PS3 lassen sich auch die Sicherheitsstufen für das Abspielen von DVDs und Blu-ray Discs festlegen. Hier gilt ebenfalls: Je niedriger die Zahl, desto stärker die Einschränkung.

Nützliche Links: 

http://www.ps-playsafeonline.com/de_DE

http://manuals.playstation.net/document/de/ps3/current/settings/security.html

http://manuals.playstation.net/document/en/psp/current/settings/parental.html

http://de.playstation.com/help-support/ps3/guides/detail/item49892/Sicherheit-mit-PlayStation

 

PlayStation Portable (PSP)

Auch die mobile Konsole PSP hat Sony mit einer Kindersicherung ausgestattet, die 11 Stufen umfasst (siehe Abschnitt "PS3"). So können Eltern festlegen, in welchem Umfang ihre Kinder auf die PSP-eigenen Speichermedien zugreifen dürfen: Diese "Universal Media Discs" (UMD) enthalten Spiele, Filme und Musik. Besitzt eine UMD eine höhere Kindersicherungsstufe, als die Eltern für das System voreingestellt haben, wird der Zugriff verweigert. Auch die Kindersicherung auf der PSP ist mit einem Passwortschutz versehen.

Nützliche Links: 

https://www.klicksafe.de/themen/spielen/spielkonsolen/wovor-schuetzt-eine-kindersicherung-bei-der-psp-und-wie-legt-man-diese-an.html

http://manuals.playstation.net/document/de/psp/current/settings/parental.html

http://www.internet-abc.de/eltern/spielkonsolen.php 

 

PlayStation Network (PSN)

Das PSN ist Sonys kostenloser Online-Dienst für die PlayStation. Hier kann man Online-Games spielen, mit Freunden und Angehörigen chatten und im Internet surfen. Voraussetzung ist die Einrichtung eines Benutzer-Kontos. Eltern richten zunächst ein Hauptkonto ein: Es gewährt uneingeschränkten Zugang zu allen PSN-Einstellungen inklusive Kindersicherung, weshalb der Konto-Inhaber zwingend älter als 18 Jahre sein muss. Von diesem Hauptkonto aus können dann Unterkonten für Spieler aller Altersgruppen erstellt werden.

Die Einrichtung von Unterkonten hat mehrere Vorteile: Erstens können die Eltern den Zugriff ihrer Kinder auf bestimmte Spiele kontrollieren. Zweitens haben die Eltern volle Kontrolle über die Nutzung kostenpflichtiger Zusatz-Downloads aus dem PlayStation-Store: Jedem Unterkonto wird ein bestimmtes Ausgabelimit eingeräumt. Drittens kann der Inhaber des Hauptkontos die Chat-Funktion für ein Unterkonto sperren.

Nützlicher Link: 

http://www.ps-playsafeonline.com/de_DE

 

Xbox 360

Microsoft bietet Eltern auf der Xbox 360 vielfältige Jugendschutzeinstellungen. So können Eltern genau festlegen, welche Spiele ihr Kind spielen darf, welche Filme es anschauen und wie es auf das Online-Netzwerk "Xbox Live" (nächster Abschnitt) zugreifen kann.

Jedes Spiel für die Xbox 360 ist mit einer USK-Altersfreigabe versehen. "USK" steht für "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle": Sie prüft alle in Deutschland erscheinenden Spieletitel auf ihre Kinder- und Jugendtauglichkeit. Die Spanne der Altersfreigaben reicht von "ab 0" bis "ab 18" Jahren. Die Xbox 360 erkennt automatisch, mit welcher Altersfreigabe ein Spiel versehen ist, und gleicht sie mit der Altersgrenze ab, die von den Eltern in der Konsolen-Steuerung festgelegt wurde.

Bei Kauf-DVDs und Videos funktioniert die Kindersicherung der Xbox 360 ganz ähnlich: Hier werden automatisch die Kennzeichen der "Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK) abgeglichen.

Neben den Alterseinstufungen bietet der Menüpunkt "Jugendschutz" noch einen "Familien-Timer". Damit können Eltern die tägliche bzw. wöchentliche Spielzeit ihrer Kinder festlegen. Beispiel: Soll das Kind die Konsole nicht länger als eine Stunde pro Tag nutzen, lässt sich das vorab über einen passwortgeschützten Bereich einstellen. Ist das Zeitkontingent ausgeschöpft, kann die Konsole innerhalb von 24 Stunden nicht mehr genutzt werden, es sei denn, die Eltern verlängern das Kontingent. Damit bei der automatischen Sperrung keine Spielstände verloren gehen, erscheinen Warnhinweise rechtzeitig vor Ablauf der Frist.

Nützliche Links:

http://www.xbox.com/de-DE/support/xbox360/familysettings/consolefamilysettings.html

http://www.mediamarkt.de/computer-buero/ps/microsoft_jugendschutz_kontrollsystemen/ratgeber.pdf

 

Xbox Live

Für das Online-Netzwerk "Xbox Live" hat Microsoft eine zusätzliche Kindersicherung entwickelt. Mit ihr lässt sich festlegen, was für Spiele das Kind online spielen darf, welche Daten es online preisgibt, mit wem es kommunizieren und welche teils kostenpflichtigen Inhalte es herunterladen darf. Zunächst wird der Online-Account eines Erziehungsberechtigten mit dem des Kindes verknüpft, anschließend werden die Jugendschutzeinstellungen vorgenommen. Bei Spielen beispielsweise lässt sich bestimmen, ob das Kind auch den Multiplayer-Modus auf "Xbox Live" nutzen kann. In den Kommunikationseinstellungen können die Eltern festlegen, ob das Kind nur mit Kontakten aus der "Freunde"-Liste, mit allen "Xbox Live"-Teilnehmern oder überhaupt nicht chatten darf.

Nützlicher Link:

http://www.xbox.com/de-DE/support/xbox360/familysettings/xboxlivecontrols.htm

 

Nintendo DSi

Auch der DSi, Nintendos neue tragbare Spielkonsole, verfügt über eine Kindersicherung. Über die Systemeinstellungen im Menü lassen sich die Alterseinschränkungen für den DSi festlegen. Die Einschränkungen haben Einfluss auf die drahtlose Verbindung der Konsole und auf die Spiele.

Sämtliche Spiele des DSi sind mit einer USK-Altersfreigabe versehen (siehe auch den Punkt "Xbox 360"). Es können nur solche Spiele auf der Konsole gespielt werden, die mit der festgelegten Alterseinschränkung übereinstimmen.

Die drahtlose Verbindungsfähigkeit des DSi kann über die Sicherheitseinstellungen ganz oder teilweise deaktiviert werden. So können Eltern festlegen, ob ihr Kind mit anderen DSi-Nutzern im Umkreis von ca. 9 bis 30 Metern über das Programm "PictoChat" kommunizieren darf. Eingeschränkte Verbindungseinstellungen des DSi wirken sich auch auf den Zugang zum DS-Download-Spiel, zum Nintendo-DSi-Browser und zum DSi-Shop aus. Auch der drahtlose Tausch von Fotos und der Zugriff auf nutzergenerierte Inhalte können eingeschränkt werden. Wie Sie den DSi konfigurieren, erfahren Sie in nebenstehendem Video.

Nützliche Links

http://www.nintendo.de/NOE/de_DE/service/anleitungen_12047.html

http://www.internet-abc.de/eltern/spielkonsolen.php

https://www.klicksafe.de/themen/spielen/spielkonsolen/was-ist-bei-pictochat-mit-dem-nintendo-ds-oder-beim-wauwau-modus-in-nintendogs-zu-beachten.html

 

Nintendo Wii

Nintendos stationäre Spielkonsole Wii greift - wie der DSi - bei den Spielen auf die Alterseinstufungen der USK zurück. Die passende Alterseinschränkung können Eltern über das Menü festlegen. Allerdings gilt pro Konsole EINE Alterseinschränkung, deshalb empfiehlt der Hersteller, diejenige zu verwenden, die am sichersten sein soll - also beispielsweise die der Familie.

Auch die Online-Funktionen der Wii lassen sich ganz oder teilweise einschränken. Das bezieht sich zum einen auf den Browser, dessen Verwendung mit einem Passwortschutz belegt werden kann. Soll das Kind den Browser prinzipiell nutzen, aber nur bestimmte Online-Inhalte ansurfen dürfen, kommt das Filterprogramm "Astaro Internet Security" zum Einsatz.

Zum anderen lassen sich die Nutzung des Wii-Nachrichtenkanals und das Senden/Empfangen privater Nachrichten einschränken. Darüber hinaus können Eltern die Verwendung von "Wii Points" im "Wii-Shop-Kanal" regulieren: Ist die Einstellung aktiviert, müssen Benutzer für Downloads eine Geheimzahl eingeben.

Nützlicher Link:

http://wii.nintendo-europe.com/373.html


PC

Das Microsoft-Betriebssystem "Windows Vista" erlaubt es Eltern, die Spielerfahrung ihrer Kinder zu kontrollieren und solche Inhalte zu blockieren, die sie als ungeeignet ansehen. Mit der Jugendschutzfunktion kann der Zugriff nach der Art der Spiele und nach USK-Alterseinstufung sowie mithilfe des "Familien-Timers" eingeschränkt werden. Dieser funktioniert ähnlich wie auf Microsofts Spielkonsole Xbox 360 (Funktionsbeschreibung s.o.).

"Windows Vista" verfügt auch über einen Webfilter, mit dem Eltern die Browser-Nutzung ihrer Kinder kontrollieren können. Internetseiten mit ungeeigneten Inhalte können über die Filter-Einstellungen geblockt werden. 

Für das Betriebssystem Windows gibt es darüber hinaus eine Reihe von Zeitkontrollprogrammen, mit denen die Computernutzung teilweise sehr ausgefeilt reguliert werden kann. Das Programm "Kindersicherung 2008" wird im Test (c't 3/2009) für sein flexibles Zeitmanagement gelobt. So lassen sich Zeitkontingente pro Tag, Woche und Monat anlegen, Sperrstunden einrichten und Fristen durch hinterlegte Freischaltnummern (TANs) verlängern. Auch die Software "WatchDog" kommt in Sachen Flexibilität sehr gut weg: Hier kann sich das Kind am Ende einer Spiel-Sitzung selbstständig ein kleines Zeitkontingent hinzugeben, das dann vom Folgezeitraum abgezogen wird.

Nützliche Links:

http://www.mediamarkt.de/computer-buero/ps/microsoft_jugendschutz_kontrollsystemen/ratgeber.pdf

http://www.heise.de/ct/Computernutzung-zeitlich-beschraenken--/artikel/126562

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