Auf das richtige Maß kommt es an

Es gibt Spiele, von denen kann man einfach nicht genug bekommen. Kinder, die eine Leidenschaft für Computer- und Videospiele haben, kennen dieses Gefühl nur zu gut. Hat sie die Faszination für ein Spiel einmal gepackt, fällt es ihnen schwer, es wieder wegzulegen. Oft befinden sie sich in der Zwickmühle zwischen den Regeln ihrer Eltern auf der einen und dem Spielspaß auf der anderen Seite. Dabei ist Streit vorprogrammiert.

Allgemein gilt: Verbieten Sie Ihrem Kind das Spiel nicht, sondern versuchen Sie, gemeinsam ein Maß zu finden, das für Ihr Kind angemessen erscheint. Als grobe Orientierung können Sie sich an einer Richtschnur der unabhängigen Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) orientieren:

Bis 7 Jahre: etwa 30 Minuten am Tag

8–10 Jahre: etwa 60 Minuten mit Pause

10–12 Jahre: etwa 75 Minuten

Ab 12 Jahren: je nach Spiel, aber nicht länger als 2 Stunden

Kinder verlieren beim Spielen häufig das Zeitgefühl und sind dann enttäuscht, wenn das Spiel abrupt abgebrochen werden muss. Kündigen Sie Ihrem Kind deshalb rechtzeitig an, dass das Ende der Spielzeit naht und lassen Sie es ein begonnenes Level abschließen.

Keine noch so gute Richtlinie kann das Gespräch mit Ihrem Kind ersetzen. Versuchen Sie die Faszination Ihres Kindes nachzuvollziehen und legen Sie Spielzeiten nach Möglichkeiten gemeinsam fest: Eine Spielregel, die man selbst mitgestaltet hat, befolgt man eher, als solche, die als Zwang empfunden werden. Hören Sie dabei auf Ihr eigenes Gefühl:  Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, welche Medien wie lange geeignet sind. Sie können deshalb ruhig manchmal auch etwas großzüger sein oder das Spiel früher beenden, wenn Sie merken, dass eine kritische Grenze überschritten wird.

Übrigens: Es gibt auch technische Hilfsmittel, um die Spielzeiten zu begrenzen – zum Beispiel der sogenannte Familientimer einiger Konsolen.

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