Legal spielen

Sven, 15 Jahre alt, surft gerne und viel im Netz. Seine Eltern, beide berufstätig, nehmen die ausgedehnten Online-Sitzungen ihres Sohnes - nun ja - zur Kenntnis. Was genau er da am Rechner macht, wissen sie eigentlich nicht so genau. Sie sind aber dann doch erstaunt, als Sven von einem neuen Computerspiel zu schwärmen beginnt - einem Spiel, von dem sie aus den Medien wissen, dass es keine Jugendfreigabe bekommen hat und erst ab Volljährigkeit gespielt werden darf. Sie stellen ihren Sohn zur Rede - und der gibt schließlich zu, das Spiel über eine Online-Tauschbörse heruntergeladen zu haben - illegal, versteht sich. "Fragt doch die anderen aus meiner Klasse", sagt Sven, "die machen es ganz genauso."

 

Das Beispiel ist zwar fiktiv, aber so oder so ähnlich spielt es sich in vielen Familien ab. Es zeigt: Selbst weit reichende Jugendschutzbestimmungen, wie sie in Deutschland gelten, haben im Internet allenfalls begrenzte Wirkung. Die Raubkopien, die in den Tauschbörsen kursieren, sind gleich in mehrfacher Hinsicht problematisch: Erstens fehlen Produktverpackungen und damit die Alterskennzeichen der USK. Zweitens handelt es sich oft um internationale Versionen von Computerspielen, die in Deutschland indiziert sind. Drittens geht es natürlich um unrechtmäßige Kopien urheberrechtlich geschützter Inhalte. Und viertens enthalten solche Raubkopien häufig Viren, Würmer und Trojaner, die auf dem heimischen PC erheblichen Schaden anrichten können.

 

Wie Raubkopien den Jugendschutz aus den Angeln heben, zeigt eine Studie der Agentur P4M: Im Jahr 2006 waren 100 Prozent aller indizierten und 89 Prozent aller nicht jugendfreien Computerspiele über Tauschbörsen wie eDonkey, BitTorrent oder Usenet verfügbar. Jugendliche Internetsurfer geraten so schnell einmal in den Besitz von Spielen, die nicht für sie geeignet und obendrein noch Raubkopien sind. Das Unrechtsbewusstsein der Tauschbörsennutzer ist häufig nur schwach ausgeprägt. Wo staatliche Bestimmungen nicht greifen, sind in erster Linie die Eltern gefragt.

 

Doch wie lässt sich diese Überzeugungsarbeit leisten? Mütter und Väter wissen, wie schwierig es manchmal ist, ihrem Nachwuchs argumentativ beizukommen. Besonders, wenn die Klassenkameraden genau das Gegenteil predigen. Spielen verbindet hat ein paar Tipps für Eltern zusammengestellt, wie sie die Medienkompetenz ihrer Kinder stärken können.

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