"Rehabilitainment-Games" heißt dieser neue Trend. Im Zuge des gleichnamigen Projektes stattete der Spielhersteller Namco mehr als 120 japanische Kliniken und Krankenpflegeeinrichtungen mit Videospielautomaten wie dem Fahrradsimulator "Propcycle" oder dem über große Trommeln gesteuerten "Taiko Drum Master" aus. So sollen die Patienten spielend genesen.
Doch nicht nur in Japan vertrauen Ärzte und Wissenschaftler auf die heilsame Wirkung von Games. Auch an der University of Southern California haben sich digitale Spiele als Rehabilitationsmaßnahme bewährt. Dr. Skip Rizzo setzt hier Computerspiele in Virtual-Reality-Umgebungen ein, um Reha-Patienten dazu zu motivieren, auch ermüdende Übungen, die immer wieder monoton wiederholt werden müssen, durchzuhalten. So wird zum Beispiel eine Aufgabe, bei der man immer wieder sinnentleert die Arme vor sich ausstrecken muss, per Virtual-Reality-Brille zu einem Spiel, in dem man per Datenhandschuh schwebende Bälle in einem virtuellen Raum umordnen muss. Jedem der schon einmal "Zoo Keeper" gespielt hat, dürfte klar sein, dass durch solche Maßnahmen die Lust des Patienten am Training eventuell viel länger anhält.
So sehr Games also noch in der breiten Bevölkerung als ungesund verschrien sind, viele Ärzte sehen das mittlerweile anders. Und auch so mancher Sportlehrer würde sicher er-staunt die Braue lüpfen, wenn er sehen könnte, wie seine lustlosesten Schüler auf einmal mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht vor der Wii ins Schwitzen geraten. Ob Games den Lieblingsjoggingparcours durch das nahe gelegene Wäldchen oder die Federballpartie mit Freunden im Stadtpark ersetzen können, steht hier natürlich nicht zur Debatte. Doch immer mehr Games machen uns Spaß an Bewegung und tragen so zu unserem körperlichen Wohlbefinden bei. Und selbst der Gedanke an einen Arzt, der uns statt Medikamenten einfach ein Computerspiel verschreibt, ist gar nicht mehr so abwegig: Im "Game Prescription"-Projekt der japanischen Universität von Waseda wird zurzeit untersucht, ob bestimmte Games bei der Behandlung von Erkrankungen hilfreich sein könnten - und ob es Sinn hat, diese ärztlich zu verordnen.


