Zeit des Erwachens

Obwohl Deutschland im internationalen Vergleich hoffnungslos hinterherhinkt, beginnt auch hierzulande gerade ein Kurswechsel: Das Leipziger Unternehmen Medienblau bietet Lehrerfortbildungen an, in denen Lehrern vermittelt wird, wie Games in den Unterricht eingebunden werden können. Die Fachhochschule Köln hat mit Unterstützung von Electronic Arts und Nintendo das Institut "Spielraum" gegründet, das ein bundesweites Netzwerk zur Schulung von Eltern und Pädagogen in Sachen Computerspielen ausbauen will. Und die EU fördert das Projekt "Elektra", das Experten aus Pädagogik, Psychologie, Neurologie und Gamedesign zusammenführt, um Lernsoftware zu schaffen, die so unterhaltsam wie kommerzielle Computerspiele sein soll. Ganz allmählich beginnt man zu begreifen, dass es sich lohnt, über den Rand der Amokdiskussion zu schauen und ein paar Schritte auf Games zuzugehen.

Der Workshop im Hamburger Museum für Kommunikation ist mittlerweile an seinem Ende angekommen, und die teilnehmenden Lehrer haben sich noch einmal für eine Abschlussdiskussion versammelt. "Also, ich fand das scheußlich, dass die Kinder in diesem 'Mission-Maker' auch eine Laserpistole in die Levels setzen können. Da bauen die doch wieder alle nur bluttriefende Ballerspiele. So was will ich doch in meinem Unterricht nicht auch noch fördern!" "Ich finde das eigentlich eine total sinnvolle Sache, um den Kindern zu zeigen, dass sie nicht immer nur konsumieren müssen, sondern mit dem Medium auch kritisch-konstruktiv umgehen können!" "Ich finde diese Machinimas eine spannende Sache, um Schüler auch eigene Probleme mal durchspielen zu lassen - mit dem Sicherheitspuffer, dass es ja nur virtuell ist." Noch lange wird angeregt diskutiert.

Am Ende bedankt sich Andreas Kirchhoff bei den Teilnehmern und sagt: "Unser Team bleibt jetzt noch etwas hier. Wer also Lust hat, ist herzlich eingeladen, noch zu bleiben. Wir könnten zum Beispiel nebenan noch Spiele im Netzwerk spielen."
Auf einen Schlag wird es still. Sehr still. Dann sagt eine Lehrerin: "Ach, warum eigentlich nicht?"

(Autor: Danny Kringiel, Quelle: GEE Magazin)

 

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