eSports

"Alles fließt, alles ändert sich", erkannte schon vor gut 2.500 Jahren der griechische Philosoph Heraklit. Belege dafür gibt es auch in der Sportgeschichte zuhauf. So verhängte Ludwig IX., der fromme König von Frankreich, Mitte des 13. Jahrhunderts eine Strafe über jeden, der es wagte, Schach zu spielen. Schach galt in Frankreich und anderswo nicht nur als Kriegsspiel, sondern war auch Gotteslästerung. Zu glauben war wohl erwünschter, als selbst zu denken. Heute ist Schach ein weltweit anerkannter Denksport, das "Spiel der Könige", und Profis haben den Ruf, besonders intelligent zu sein. Moden, Konventionen und die öffentliche Meinung sind eben wandelbar. 

 

Mit Strafen müssen eSportler im 21. Jahrhundert nicht rechnen. Aber ihre Disziplin hat es auch nicht leicht, als Sport anerkannt zu werden, denn sie betreiben einen "Sport der Eingeweihten", der jungen Eingeweihten vor allem, über den in der breiten Öffentlichkeit noch selten berichtet wird. Wie vieles, was im Verborgenen blüht, fehlt eSports bei Nichtkennern das Verständnis, gibt Anlass für Spekulationen und auch für Klischees, die sich hartnäckig halten. Demnach sind virtuelle Sportler kontaktarm, bräsig und völlig unsportlich. Das Gegenteil ist der Fall: Der durchschnittliche eSportler ist Anfang bis Mitte zwanzig, tauscht sich im Netzwerk intensiv mit seinesgleichen aus und treibt regelmäßig Sport – am liebsten zusammen mit Freunden auf dem Bolzplatz.

Außerdem sind eSportler Meinungsführer. Im Bekanntenkreis gelten sie als die Experten für alle Fragen rund um den Computer, werden also von Eltern und Freunden dann konsultiert, wenn es um das Thema Rechnerkauf geht. Branchenexperten gehen davon aus, dass die PC-Spieler im Bekanntenkreis so bis zu sieben Kaufentscheidungen pro Jahr beeinflussen.

 

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