Berufsfelder in der Gamesbranche

Das Hobby zum Beruf machen - warum nicht? Wer mit Computerspielen aufgewachsen ist, kann sich die Games-Branche vielleicht auch als späteren Arbeitgeber vorstellen. Für eingefleischte Computerspiel-Fans klingt es verlockend, eigene Ideen in ein neues, spannendes Game einfließen zu lassen - und dafür auch noch bezahlt zu werden. Wer dieses Ziel hat, sollte sich aber erst einmal darüber klar werden, welches Berufsbild ihm oder ihr am besten liegt. Denn in der Games-Branche gibt es eine Vielzahl von Jobprofilen. Autoren, Game-Designer, Produzenten, Grafiker, Sound-Designer und Spieletester arbeiten bei der Realisierung eines kommerziellen Spieletitels Hand in Hand. Solche Projekte erfordern von den Beteiligten sehr gute Teamwork-Fähigkeiten und einen hohen fachlichen Spezialisierungsgrad. Einige typische Berufsbilder sollen hier vorgestellt werden - eine komplette Liste findet sich beispielsweise auf den Seiten der Berliner Game Academy

 

Mehrere private Schulen sowie einige Universitäten bieten mittlerweile Abschlüsse, die spezifisch auf die Spielebranche zugeschnitten sind:

 

Games Academy, Berlin & Frankfurt

Mediadesign Hochschule München, Berlin, Düsseldorf

FH Kaiserslautern, Virtual Design

HTW Berlin, Studiengang Medieninformatik

Private Medienfachhochschule Stuttgart, Studienrichtung Gamedesign

L4 Institut für digitale Kommunikation, Gamedesign

Qantm Institute, private Schule für Gamedesign

Designschule Schwerin, Privatschulstudiengang Gamedesign

 

Game-Designer

Peter Molyneux, Sid Meier, Hideo Kojima - alle drei sind Stars der Games-Branche, weil sie mit ihren Ideen neue Maßstäbe gesetzt haben. Peter Molyneux ("Fable") erschuf Spielfiguren, deren charakterliche Entwicklung in unseren Händen liegt. Sid Meier entwarf mit seiner "Civilization"-Serie Simulationen von ungeahnter Komplexität. Und Hideo Kojima ist als Vater der "Metal Gear Solid"-Serie ein Spezialist für epische Erzählstrukturen.

Kurz gesagt: Game-Design ist so etwas wie die Königsdisziplin der Entwickler-Branche. Game-Designer sind von der Position her am passendsten vergleichbar mit Regisseuren und Drehbuchautoren in der Filmindustrie. Sie entwerfen Welten, Geschichten und Charaktere; kümmern sich sozusagen um die "Seele" des Spiels, den inneren Mechanismus. Game-Designer zeichnen sich aus durch Kreativität, exzellentes technisches Know-How, Team- und Führungsfähigkeit. Zusätzlich sollten sie auch etwas von Literatur, Theater und Film verstehen - alles Quellen guter Geschichten. In großen Projekten arbeiten übrigens meist mehrere Game-Designer zusammen.

Aufgrund der hohen Anforderungen ist die Position des Game-Designers aber auch "kein klassischer Einstiegsjob", gibt Jörg Müller-Lietzkow zu bedenken, Professor für Medienorganisation und Mediensysteme an der Universität Paderborn. Berufseinsteiger beginnen häufig als "Junior Game Designer", die sich um einzelne Projektbereiche kümmern, oder als Spieletester. "Spielen verbindet" führte ein Interview mit Prof. Jörg Müller-Lietzkow - zum Interview klicken Sie bitte hier.

 

Producer

Sie kümmern sich um die organisatorischen Aspekte eines Game-Projekts. Dazu gehört die Planung, wie ein Spiel finanziert werden kann, aber auch die Überwachung der Etappen ("Milestones") eines Projekts. Producer tragen dafür Sorge, dass ein Spiel in der Entwicklung vorankommt und dass es die vorgegebenen Qualitätsansprüche erfüllt. Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Producern unterscheiden: Die einen sind bei der Entwickler-Firma selbst beschäftigt und oft stark in den kreativen Prozess eingebunden. Die anderen arbeiten bei der Publisher-Firma, die das Spiel auf den Markt bringt, und dienen als Schaltstelle zwischen den Vertragspartnern. Hier ist großes kommunikatives Talent gefragt; hinzu kommen analytische, organisatorische und kaufmännische Fähigkeiten. Gute Nerven und Durchsetzungsvermögen sind für den Job des Producers besonders wichtig: Kommt es bei dem Projekt zu Verzögerungen, muss er die Interessen des Publishers wahren - im schlimmsten Fall kommt es zur Vertragsauflösung. Gute Producer verstehen es aber, alle Aspekte eines Projekts im Auge zu behalten und auftauchende Probleme über Kommunikation zu regeln.

 

Programmierer

Sie gehören zu den bestbezahlten Fachkräften in der Games-Branche. Der Grund dafür, dass Programmierer mit ihren Kenntnissen prinzipiell auch für andere Branchen arbeiten könnten - folglich werden entsprechende Gehälter gezahlt. Ein Spiele-Programmierer kümmert sich um das Grundgerüst des Games, den Code. Ein Spiel setzt sich aus verschiedenen Code-Bestandteilen zusammen: der Grafik-Engine, der Künstlichen Intelligenz (KI) von Computerspielfiguren, aus Datenbanken, Tools und Editoren. Mit wachsender Teamgröße werden für jeden dieser Bereiche spezialisierte Programmierer eingesetzt. Einen gemeinsamen Nenner aller Programmier-Jobs im Spielebereich gibt es dennoch: Man sollte Grundkenntnisse der wichtigsten Programmiersprachen (z. B. C++) und Entwicklungs-Tools mitbringen. Hilfreich, aber nicht zwingend notwendig sind Kenntnisse in DirectX, Visual-Studio und 3D Studio Max. Wichtig ist auch, dass sich der Programmierer in die "Middleware" genannte Software einarbeitet: Also beispielsweise Physik-Engines, die realistisch anmutende Spielwelten berechnen.

 

Modeller

Computerspielwelten bestehen aus tausenden von 3-D-Gegenständen, -Charakteren und -Landschaften. Welcher Aufwand dahinter steckt, alle diese Formen am Computer zu erschaffen, lässt sich vielleicht erahnen, wenn man einem Modeller bei der Arbeit zusieht. Mit Hilfe eines 3-D-Editors formt er ein Gittergerüst aus kleinen Vielecken, sogenannten Polygonen. Dabei orientiert sich der Modeller meist an der Konzeptzeichnung eines Grafikers. Einfache Objekte, zum Beispiel ein Stuhl, lassen sich in wenige Minuten erstellen. Detaillierte Spielerfiguren benötigen häufig mehrere Tage oder gar Wochen. Dabei muss der Modeller auch darauf Rücksicht achten, dass ein Objekt nicht zu detailliert wird, da es sonst im fertigen Spiel zu viel Rechenpower benötigt. Wer Modeller werden möchte, sollte neben einem guten Auge auch erstklassige Kenntnisse der gängigen 3-D-Editoren (3D Studio Max, Maya) mitbringen.

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