Was Sie beim Spielekauf beachten müssen.

Warum werden Computerspiele heutzutage als Massenmedium bezeichnet? Die Antwort lautet: Weil sie massenhaft konsumiert werden. Die Deutschen kauften im letzten Jahr über 55 Millionen Computer- bzw. Videospiele. Kinder und Jugendliche gehören zu den größten Fans der interaktiven Unterhaltung . Fast die Hälfte der deutschen Gamer ist jünger als 15 Jahre (Quelle: BIU e.V.). Jugendschutz ist gerade in diesem Alter besonders wichtig. Doch wie steht es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen bei ihrem Lieblingshobby?

 

Eine Studie des Forschungsverbunds Südwest hat untersucht, wie Jugendliche über die Altersbeschränkung bei Computerspielen denken. Demnach glauben drei Viertel aller Jugendlichen zwischen zwölf und achtzehn Jahren, dass sie sehr leicht an Spiele kommen können, für die sie eigentlich noch zu jung sind. (Quelle: Forschungsverbund Südwest) Eine weiteres Fazit der Wissenschaftler: Fast alle deutschen Teenager kennen die Alterseinstufungen für Computer- und Videospiele. Dass diese von den Minderjährigen nicht zwangsläufig befolgt werden, offenbart eine andere Zahl. So gaben zwei Drittel aller Befragten an, bereits einmal ein Spiel gespielt zu haben, das nicht für sie freigegeben ist. Der Grund liegt auf der Hand: Minderjährige streben danach, Grenzen auszuloten. Wir kennen diesen Drang aus den eigenen Jugendtagen. Was damals der verbotene Kinobesuch oder die Langspielplatte war, kann heutzutage auch ein Computerspiel sein. Für Eltern bedeutet das: Vergewissern Sie sich, welches Spiel in die Konsole bzw. in den PC kommt. Und seien Sie beim Kauf dabei.

 

Mit dem Gang zum Kaufhaus beginnt jedoch die eigentliche Herausforderung. Wandregale voller Spieleverpackungen und Konsolen in allen Farben und Größen buhlen um Aufmerksamkeit – hinzu kommt ein Kind, das nur allzu gerne Ihr Einkaufsberater wäre. Sie sollten also schon vorab einige Fragen klären, um dem Schutz Ihres Sprösslings ausreichend Sorge zu tragen. Wie kann ich sicherstellen, dass mein Kind altersgerecht spielt? Woran erkenne ich überhaupt, welches Spiel für mein Kind geeignet ist? Wo finde ich Hilfe zum Thema Computerspiele? Lesen Sie im Folgenden, welche Punkte Sie beim Spielekauf beachten müssen.

 

Der beste Ratgeber: Die Alterskennzeichen der USK 

Ob ein Spiel Spaß macht, ist letztlich Geschmackssache. Ob es für ein bestimmtes Alter geeignet ist, hingegen nicht. Ein seriöser Leitfaden sind hierfür die Alterskennzeichen, die Sie unten links auf jeder Spielepackung finden. Dabei ist es egal, ob Sie ein Konsolen- oder PC-Spiel erwerben. Jedes Computer- oder Konsolenspiel muss in Deutschland mit einem der fünf Alterskennzeichen versehen werden, um an Minderjährige verkauft werden zu können. Die großen farbigen Sticker kennt man bereits von DVD-Verpackungen, wo ganz ähnliche Hinweise abgedruckt sind. Die Kennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle stellen eine gesetzlich bindende Richtlinie für den Handel dar. Darum gilt: Finger weg von Verpackungen ohne erkennbare Alterseinstufung, da diese in jedem Fall nur für Erwachsene gedacht sind.

 

Im Kaufhaus: Gemeinsam einkaufen, gemeinsam aussuchen 

Der gemeinsame Einkauf mit Ihrem Kind ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Einerseits können Sie sicher sein, welchen Titel Ihr Kind mit dem Weihnachts- oder Geburtstagsgeld erwirbt. Zusätzlich können Sie im gemeinsamen Gespräch den Spiele-Geschmack Ihres Zöglings besser kennen lernen – und so auch mal mit dem nächsten Überraschungsgeschenk einen Treffer landen. Noch wichtiger ist es, Ihrem Kind über gemeinsame Einkäufe zu vermitteln, dass nicht jedes Spiel automatisch mit nach Hause genommen werden kann. Ihr Zögling sollte idealerweise Ihre Gründe verstehen, warum es für einen Titel aus einer höheren USK-Altersklasse noch nicht geeignet ist. Dass dies 

nicht von heute auf morgen geschieht, weiß jeder, der schon einmal mit einem Kind durch einen Spielzeugladen gegangen ist. Genauso wie beim täglichen Zähneputzen, den Hausaufgaben oder dem Einhalten des Sporttrainings werden Sie auf Gegenwehr stoßen. Zeigen Sie Gelassenheit, aber scheuen Sie nicht die Auseinandersetzung. Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie ruhig mit dem Verkaufspersonal und erklären Sie, was Sie suchen und wie alt Ihr Kind ist. Der Verkäufer wird Ihnen und Ihrem Kind erklären, welche interessanten Spiele es im Sortiment gibt, die beide Parteien zufrieden stellen.

 

Die Kür: Informieren und Spielkonsum regeln 

Um Ihrem Kind ein altersgerechtes Spielerlebnis zu ermöglichen, müssen Sie nicht zum Spiele-Experten werden. Neben der Orientierung an den USK-Alterseinstufungen kann es aber nicht schaden, sich z.B. bei Spieleratgebern über die neuesten Spielehits zu informieren. Ihr Kind wird große Augen machen, wenn Sie beim Thema Spiele auf einmal Sachkenntnis beweisen. Und es wird mit großer Wahrscheinlichkeit anfangen, mit Ihnen über sein Hobby zu reden. Der Gewinn ist ein neues Vertrauen auf beiden Seiten.

 

Die Grenzen und Vorgaben, die Sie beim Spielekauf setzen, sollten auch zuhause gelten. Natürlich können Sie nicht bei jeder Spielerunde im Kinderzimmer dabei sein. In diesem Fall bieten alle aktuellen Konsolen und Spiele-PCs ein besonders effektives Hilfsmittel: Jugendschutzfilter auf Basis der USK-Alterskennzeichen. Damit können Sie komfortabel einstellen, welche USK-Altersstufen auf Ihrem Gerät überhaupt abgespielt werden dürfen. Entscheiden Sie sich beispielsweise dafür, nur Spiele mit einer Freigabe ab 12 Jahren freizuschalten, werden Titel mit USK-16 Kennzeichen oder höher von der Konsole nicht gestartet. Der Bildschirm bleibt schwarz, der Schutz Ihres Kindes ist gesichert. Viele Geräte verfügen zusätzlich über einen Familientimer. Damit lässt sich sogar einstellen, zu welchen Uhrzeiten gespielt werden darf. Ausserhalb der von Ihnen festgelegten täglichen Zeitfenster verweigert das Gerät dann seinen Dienst. Heimliche Spielerunden zu später Nacht werden damit unmöglich, genauso wie exzessives Spielen in Ihrer Abwesenheit. Doch keine Sorge, auch wenn Sie selbst einmal  zu später Stunde spielen wollen, ist dies möglich. Die Einstellungen können für verschiedene Benutzerkonten vorgenommen werden, welche wiederum passwortgeschützt sind. 

 

Näheres zu den Jugendschutzfunktionen Ihrer Konsole bzw. Ihres PCs erfahren Sie hier.

 

Folgende Spieleratgeber lohnen einen Blick, um sich zielgerecht zu informieren: 

www.spielbar.de

www.internet-abc.de

www.videospielplatz.de 

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KOMMENTARE (1)
23.11.2010
10.37 Uhr
assgifhorn
In der Auflistung der empfehlenswerten Ratgeber fehlen leider die Bereiche, die redaktiononell von Pädagogen betreut werden: Online + Print/ jährliche Aktualisierungen: Bundesfamilienministerium - Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt (http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationsliste,did=133288.html) Online/ quartalsweise Aktualisierungen: Webseite zur Vergabe des Spielegütesiegel "Pädagogisch wertvoll" (www.games-wertvoll.de) Online/ wöchentliche Aktualisierungen: Der Spieleratgeber NRW (www.spieleratgeber-nrw.de)

 
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