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Computerspiele machen süchtig

Computer- und Videospiele strahlen für viele Menschen eine besondere Faszination aus. Gerade junge Leute investieren häufig viel Zeit, um ihren Entdeckerdrang zu befriedigen und tauchen in die virtuelle Welt ein. Viele Eltern können die Begeisterung ihrer Kinder nicht nachvollziehen. Schwierigkeiten macht vor allem die Frage, wo die Grenze zwischen ausgewogenem und exzessivem Spielkonsum liegt. Wie lässt sich zwischen Faszination und Zwang unterscheiden?

Fakten

  • Weltweit wurde Computerspielsucht bislang nicht offiziell als Verhaltenssucht deklariert. Ein Komitee der renommierten American Medical Association forderte 2007 weitere Forschungen, um Computerspielsucht als formale Diagnosekategorie akzeptieren zu können (Quelle: American Medical Association)
  • 45% aller 12-19-Jährigen Deutschen spielen mindestens mehrmals pro Woche alleine oder gemeinsam ein Computer- oder Videospiel, so eine aktuelle Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (Quelle: MPFS Südwest)
  • „Ultima Online“ aus dem Jahr 1997 gilt als erstes kommerziell erfolgreiches Internet-Rollenspiel. Innerhalb von zwei Jahren konnten erstmalig über 100.000 zahlende Computerspieler an eine Onlinewelt gebunden werden (Quelle: MMOG Chart)
  • 2006 wird in Amsterdam die erste Klinik zur Behandlung von Computerspielsucht eröffnet. Zwei Jahre später öffnet an der Universität Mainz die erste deutsche ambulante Anlaufstelle für Computerspiel- und Internetsucht (Quelle: Smith & Jones, Universität Mainz)
  • Als erste Fraktion widmet sich Bündnis 90/Die Grünen im Jahr 2007 dem Thema „Computerspielkonsum“ im Deutschen Bundestag, gefolgt von einem wissenschafltichen Fachgespräch (Quelle: Bündnis 90/Die Grünen)

Machen Computerspiele süchtig? Es ist nicht ungewöhnlich, dass Computer- und Videospielen in bestimmten Lebensphasen eine große Bedeutung zukommt. Eine starke Faszination für digitale Spiele ist nur dann problematisch, wenn sie Gefahr läuft, andere Interessen vollständig zu verdrängen. Wie beim Film- und Fernsehkonsum gibt es mitunter Menschen, die ihrem Hobby alles unterordnen - und damit ihr Sozialleben aufs Spiel setzen.

Dahinter stecken nicht selten andere Probleme, für die das Spiel einen Ort der Ablenkung bietet. Exzessiver Spielkonsum zeigt gewisse Ähnlichkeiten zu Verhaltenssüchten wie Arbeits-, Sammel-, oder Sexsucht, welche ebenso einen negativen Einfluss auf die soziale Existenz des Betroffenen ausüben. Unklar bleibt, welche genauen Gründe zum exzessiven Spielen verleiten. Die Forschungsergebnisse der Wissenschaft sind bislang nicht ausreichend, um hier abschließende Antworten zu geben.

Weiterlesen: Ratgeber „Ausgewogen Spielen“

 

Wann beginnt exzessiver Spielkonsum? Übermäßig lange Spielzeiten sind ein Indikator dafür, dass der Spielkonsum ins Zentrum des Lebens gerückt ist. Über die genaue Spieldauer gibt es unterschiedliche Auffassungen in der Wissenschaft. Spieler und Eltern finden hier unterschiedliche  Ratschläge. Intensive Hochphasen sind – wie bei jedem anderen Hobby – jedoch unproblematisch.

Weiterlesen: Interview Klaus Wölfling, Universität Mainz

 

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