Vom Indie Game zum internationalen Blockbuster

Gestern noch Kult und heute schon internationaler Erfolg. Was mit intensiver Heimarbeit am eigenen PC angefangen hat, wird über Nacht zum Top-Seller in der Gaming Welt. Kein Wunder, dass auch der kommerzielle Erfolg nicht lange auf sich warten lässt: Der Indie-Hit Minecraft des schwedischen Programmierers Markus Persson, das Ende 2010 in der Beta Version online ging, wurde in kürzester Zeit über eine Million Mal verkauft. Heute hat das Spiel bereits über 1,8 Millionen User, bei einem Preis von zehn bis fünfzehn Euro pro Zugang. Der Sprung zum eigenen Unternehmen ist da natürlich nicht mehr groß. Mittlerweile hat Persson ein Team von sieben Personen, die an neuen potentiellen Indie-Hits basteln.

Wir bleiben in Skandinavien: erst kürzlich haben die Jungs von Frictional Games mit ihrem Spiel Amnesia: The dark Descent beim Independent Games Festival 2011 in San Francisco in drei von vier Kategorien gesiegt. Kein Wunder, denn nach dem Launch im September 2010 wurde das Spiel bereits in den ersten Wochen 36.000 Mal verkauft.

Andere Indie Games, wie das Spiel World of Goo von den Entwicklern von 2D Boy aus San Francisco siegten bereits 2008 auf dem Independent Games Festival in San Francisco in den Kategorien Technische Perfektion und Innovatives.  Auch in Deutschland findet das Spiel Beachtung: erst kürzlich hat World of Goo die LARA – Der Deutsche Games Award 2011 für das beste internationale mobile Spiel erhalten. 

Der Trend der Indie Games geht nicht zuletzt zurück auf den kreativen Schaffensdrang von jungen Entwicklern. Ein Beispiel ist das Spiel Octadad eines Studenten aus Chicago. Der Spieler steuert hier einen als Mensch verkleideten Oktopus, der seine Frau bei den alltäglichen Pflichten im Haushalt unterstützen soll und dabei seine wahre Identität geheim halten muss. Der Sieg beim Student Showcase des Independent Games Festival in San Francisco vor einigen Monaten war ihm damit sicher.

Doch wie geht es weiter? Bei der großen Flut von Spielen und den ständigen Neuerscheinungen stellt sich die Frage nach der Beständigkeit und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit von Indie Games. Um ein erfolgreiches Spiel zu entwickeln, dass als App verkauft wird, genügt nicht allein die Qualität des Spiels. Vor allem im Hinblick auf das riesige und stetig wachsende Angebot gilt es, sich bemerkbar zu machen, das heißt man ist auf gute und weitflächige Werbung angewiesen, dazu gehört nicht nur die eigene Webseite, sondern auch die Bekanntmachung über andere News-Seiten, Blogs, Tweets und Social Communities. 

Bis die Kosten für die Produktion und den Aufwand zur Herstellung des Spiels wieder ausgeglichen sind, muss man bei Preisen von 0,99 Euro pro App entsprechend mehr Produkte verkaufen.

Manche Indie Games Entwickler wählen langfristig den Weg über einen bekannten Publisher. Immer häufiger bieten Hersteller von Spielekonsolen Downloadbereiche an, in denen Spiele online herunter geladen werden können. So gibt es zum Beispiel das Playstation Network von Sony, den Wii-Ware-Kanal von Nintendo oder die Xbox-Live. Doch wie lange ist ein Indie Game noch Indie?

Indie Games sind auf Erfolgskurs, das steht fest. Man kann gespannt sein, wie es weitergeht.

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Ein erster Vorgeschmack: Der offizielle Trailer von Indie Game: The Movie!